Samstag, 03.12.2005
blog-fundstück: 1109 wo warst du am 11. september 2001?
"Ich möchte hier mit eurer Hilfe eine Art Datenbank zum Schmökern erschaffen, die ein Zeitdokument darstellt. Sie soll reflektieren, wie Menschen zu unserer Zeit dachten, wie sie den Alltag erlebten und wie den 11. September 2001."
Kommentare
ich gähn mit dir!
gibt schließlich dutzender solcher seiten und projekte, noch eins mehr. wie wärs mit anderen schlimmen ereignissen?
Soll ja Leute geben, die da in ihrem Kopf kleine Altäre mit sich herumtragen. Ein Stück weit betroffen? Ich nicht. Von Anfang an nicht.
Doch, ich habe soeben dort einen Beitrag abgeliefert. Er ist etwas anders als all die Betroffenen. Ich kopiere ihn nachstehend:
An den 11. September 2001 selbst erinnere ich mich nicht mehr genau. Natürlich habe ich die Bilder im Fernsehen gesehen und war genau so geschockt wie bei anderen großen Katastrophen auf der Welt. Außerdem dachte ich aber noch etwas...
Gut erinnere ich mich an den 12. September. Da traf ich vormittags in unserer Straße eine Nachbarin, noch älter als ich, die in ihrer Jugend den Bombenkrieg noch bewusster als ich erlebt hat. Sie sagte: "Als erstes dachte ich: das kommt uns doch bekannt vor? - Aber nein, so darf man nicht denken!" Sie ist eine sehr fromme Frau. Ich fand nicht, dass man "so nicht denken" darf.
In den folgenden Tagen fiel mir sehr auf: im Tante-Emma-Laden, beim Metzger, beim Bäcker, wo wir Nachbarn uns immer unterhalten und Neuigkeiten austauschen: niemand sprach über den 11. September, es herrschte ein merkwürdiges Schweigen. Niemand traute sich laut auszusprechen, was zumindest aus meiner Generation alle dachten:
Jetzt erleben die Amerikaner endlich mal am eigenen Leibe, wie es ist, wenn einem die Häuser über dem Kopf zusammenstürzen, wenn Zivilisten, von oben her angegriffen, massenhaft sterben.
Das war mein 11. September 2001.
Ach ja: Danke, bembelkandidat für die Werbung! :)
@bitteschön















